zum Tempel 

3. Tag

In der Nacht saßen in der Nähe eine Gruppe Mongolen um ein Feuer und haben meinen Schlaf mit Trommeln und ihren eigentümlichen Gesängen begleitet. Eine märchenhafte Stimmung in der kleinen Jurte. Ein allmähliches Eintauchen in diese andere Welt.

In der Gasthaus-Jurte erhalte ich sogar Frühstück, im Preis inbegriffen: Malztee, Spiegelei und Salat. Zwei Europäerinnen kommen herein und setzen sich an den Nachbartisch. Pauline und Louise sind Pariserinnen. Sie haben bereits eine zweiwöchige Pferde-Trekkingtour hinter sich und erzählen begeistert davon. Wir beschließen gemeinsam zum Tempel am Talende zu wandern. Ihre Rucksäcke sperren sie derweil in meine Jurte. Wir wählen unseren Weg den steilen Hang hinauf und dann am Grat entlang in Richtung Norden. Wenn es hier Wege gibt, sind das Pferdetrails oder Wildwechsel, Pfade die plötzlich auftauchen und sich irgendwann auch wieder verlieren. Klassische Wanderwege gibt es nicht.  

zum Tempel

Bald stehen wir vor einem imposanten Felsen der an einen Elefanten erinnert. Danach Felswände. Wir steigen etwas ab, und erreichen ein paar Stunden später den Tempelbezirk. Eine Art Kalvarienberg führt von einem buntbemalten Torgebäude viele Stufen hinauf zum Meditationstempel. Den Weg säumen über hundert Tafeln mit Sutren, Aussprüchen und Weisheiten Buddhas.

zum Tempel

In der Mongolei herrschen tibetischer Buddhismus und Schamanismus vor, die sich auch teils vermischen. Dieser buddhistische Tempel namens Aryapala liegt wunderschön in die Felswand eingegliedert, auf einer Terrasse mit Blick nach Süden, das ganze Tal hinunter. An den Außenseiten sind viele goldene Gebetsmühlen angebracht. Man umrundet das Gebäude im Uhrzeigersinn und dreht an jeder Mühle dreimal, während man sich etwas wünscht.  

Das bringt Glück und eventuell ja die Erfüllung der Wünsche.

zum Tempel

Wir dürfen den Tempel barfuß betreten, aber ohne dem Altar den Rücken zuzuwenden. Im Inneren ist er mit bemalten Bildtafeln und bunten Gebetsfahnen ausgeschmückt. Seitlich des Altares Widmungen an den Dalai Lama. In der Raummitte eine Räucherschale und eine große Gebetsglocke. Mit uns sind da auch einige Mongolen und meditieren auf Sitzkissen entlang der Wände. Wir setzen uns eine Weile dazu. Eine schöne Atmosphäre.

zum Tempel

Auf der Terrasse genießen wir den tollen Ausblick und wandern dann unten im Tal, entlang der Dirtroud, zu den Jurten zurück. Die Beiden verabschieden sich, da ihr Zelt in Terelj steht. War sehr nett mit ihnen.

In meiner Jurte ordne ich meine Sachen und probiere leider erst jetzt die Gaskartusche aus. Mein Kochaufsatz passt nicht drauf! Mist! Ich muss wieder in die Stadt zurück und mir einen anderen kaufen. Wie ich so überlege steht plötzlich ein älterer Mongole in meiner Jurte und glotzt mich wortlos an. Ich rede auf Englisch auf ihn ein, was er denn wolle, suche… Da grinst er, dreht sich um und geht wieder. Puhhh, etwas seltsam.

Ich geh Essen. Wieder bin ich die Einzige. Diesmal gibt es Gemüseomelette. Ich frage nach dem Bus. Er hält täglich irgendwann zwischen halb acht und halb neun unterhalb der Schildkröte. Ich setze mich noch vor meine Jurte in die untergehende Sonne bis mir die Augen zufallen. Von der anderen Talseite schallt diesmal bis spät in der Nacht eine Mischung aus Clubsound und mongolischen Hits...

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 4. Tag  nach Terelj  

 

 

 

 

 

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