Was habe ich mich immer gefreut, nach der Fahrt über den Brenner, im sonnigen Italien die ersten Palmen zu sehen. Synonym für Wärme, Entspannung, Urlaub...dolce vita!

Unser Urlaub auf Borneo hat mit ähnlichen Gefühlen begonnen: Weiße Sandstrände, das Meer, Hitze, und ....Palmen. Herrlich!

Strandidylle


Ein paar Tage später schon konnten wir Palmen nicht mehr sehen!

Genauer, Ölpalmen.

Hatten wir im Regenwald um den Mount Kinabalu unser Abenteuer gefunden, artenreiches Dickicht und Wildlife, und ja, die ersten Waldmenschen, die Orang-Utans erlebt.

So erstreckten sich bei der Weiterfahrt schon kurz nach den letzten Steilhängen Ölpalmplantagen. Kilometerweit. Stundenlang. Beidseits der Strasse.

Nicht endenwollende Monotonie. 

Nach 5 Stunden wieder die ersten Urwaldriesen: die Sepilok Forest Reserve.

Beim näheren Erforschen stellte sich die Erkenntnis heraus, dass es sich um ein Gebiet von lediglich ca. 6 x 6 km Größe handelt.
Eine kleine Insel voller Artenvielfalt, ausgewilderten Orang-Utans und vielen Touristen.

Weiterfahrt zum Kinabatangan River. Durch...Ölpalmplantagen und frisch gerodeten Urwald.
Der Kinabatangan ist ein Juwel. So viel Wildlife auf engstem Raum!

Wen wunderts?

Links und rechts der Uferzone blitzen hinter dem Dickicht wieder wohlgeordnete Reihen Palmen hervor! Die Tierwelt muss sich den schmalen verbliebenen Uferbereich teilen.

Ihres Lebensraumes beraubte Orang-Utans, die es mal in den Plantagen versuchen, werden wegen „Randalierens“ abgeknallt.

Fährt man weiter, Richtung Tawau, ändert sich an der Situation nichts.

7 Stunden lang!

Ein Trauerspiel!

Erschreckend ist die Radikalität. Da werden keine Urwaldstreifen zwischen den Plantagen stehengelassen, oder zwischendrin was anderes gepflanzt. Monokultur soweit das Auge reicht.

 

In meinem Herzen bleibt der Urwald,

höre ich das Leben pfeifen, surren, schwirren, knurren...

 

Für die Zukunft sehe ich schwarz.

 

Die Menschen wollen auch etwas vom Kuchen ab.
Wollen ein wenig Komfort, Hygiene, Internet, Reisen...
(Wobei nur ein Bruchteil der beachtilchen Palmölgewinne bei den Menschen ankommt.)

Unsere Kinder waren teils entsetzt über die „gammeligen“ Zustände auf den Märkten, in den Privatunterkünften.

Wenn sie dort Geld hätten, würden sie sicher daran was ändern.

Und Palmöl bringt Geld.

Das grüne Erdöl, wie es der brasilianische Senator Flexa Ribeiro ausdrückte.

Ja, Amazonien ist der nächste Kandidat für rigurose Waldvernichtung.

Vom Urwald kann man ja nicht Leben.

 

Sabine

Dschungelwalk


Dschungelwalk


Nepenthes


Riesen-Nepenthes...tödliche Insektenfalle


Nashornkäfer


Alles ist groß hier, auch die Insekten


Makake


und voller Leben! Makaken sieht man häufiger.


Palmölplantage und -Fabrik


Palmölfabrik inmitten einer Plantage


gerodeter Urwald


frisch gerodet...


Ölpalmen


für neue Ölpalmen


Orang-Utan, ein Waldmensch


kein Platz mehr für die "Waldmenschen"


Nasenaffenkolonie


oder für die Nasenaffen. Kolonie am Kinabatangan


Proboscis Monkey - Nasenaffe


Proboscis Monkey - Nasenaffe, 80 x 60 cm, Acryl


Acrylbild Burning Borneo


Burning Borneo, habe ich 2008 gemalt

 

Fischmarkt in Semporna


Fischmarkt, bei 35°C, ohne Kühlung....


Watervillage in Sabah


Traditionelles Watervillage....Trinkwasser? Abwasser? Strom?

Familien mit bis zu 8 Kindern wohnen in diesen Hütten!


grünes Erdöl


Es boomt! Grünes Erdöl...???


Urwaldriese


"Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt!"

Khalil Gibran


Ich und Jacky

Sabine

Infos: http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/palmoel.htm#oelpalmenplantage